OI000888Technikbericht 01
01.10.2018 – 31.08.2020 (Also vor der Reise!)
Kilometerstand 6000 – 20.000
Fahrstunden 120 – 400
14.000 Kilometer in 280 Fahrstunden gefahren in 23 Monaten.


Vorwort:
Der Erfolg einer Reise hängt weder vom Reisegefährt, noch von der Ausstattung ab, sondern von einem selbst.
Nur mit einem Jutesack auf dem Rücken um die Welt, auf den gröbsten Pisten durch Afrika mit einem gebrauchten 50ccm Roller, sechs Jahre und 100.000 Kilometer mit dem Fahrrad über alle Kontinente. Das sind nur einige Beispiele von Reisen unserer Freunde, die wir unmittelbar miterleben durften. Sie zeigen wie kleinkariert der Versuch ist, das perfekte Reisemotorrad zu finden oder die perfekte Ausstattung. Das Wichtigste ist es, seine Träume in die Tat umzusetzen. Unser Euro ist in den meisten Ländern der Welt viel mehr wert als in der Heimat. Also vergeudet man hier besser nicht zu viel Kohle für Equipment und hebt es sich lieber als Trinkgeld für einen guten Handwerker auf, der dir deine Nachlässigkeiten auch vor Ort noch repariert. Das ist nebenbei bemerkt auch unmittelbare Entwicklungshilfe.
Dennoch wegen der großen Nachfrage hier nun der kleinkarierte Bericht über unsere technischen Vorbereitungen. Hoffentlich für den Laien verständlich und zum Nachahmen geeignet.
Wenn es mal zu kompliziert ist einfach nochmal eine Nachricht über den Kontakt senden und wir können bestimmt helfen. Und wir helfen ALLEN Reisenden unheimlich gerne, egal um was es geht.
Inhalt:
Wir fangen bei der Motorradwahl an, gehen dann über die technischen Änderungen am Bike und die Gepäckverstauung zum Camping-, Koch- und allgemeinen Reisematerial.
Die zukünftig folgenden Technikberichte sind dann als Wartungsbericht zu verstehen, in denen beschrieben wird, was auf der Reise noch verändert wird, was ausgetauscht wird, wie die Bikes sich verhalten und wann wir welche Reparaturen und Inspektionen ausführen.
Wir möchten noch darauf hinweisen, dass wir von nichts und niemandem gesponsert werden. Alle Material-, Firmen-, Hersteller- und Händlernamen stehen hier, weil wir diese Dinge verwenden und davon überzeugt sind (bis jetzt). Niemand hat uns darum gebeten. Wir könnten selbstverständlich auch alles mit Verkauf Links versehen und dadurch nebenbei verdienen, aber das entspricht nicht unserer Philosophie. Außerdem macht uns das abhängig. Wir möchten aber ehrliche, handverlesene und sinnvolle Tipps geben. Das hat auch den Vorteil, dass sich die Empfehlungen ändern können, wenn sie unsere Erwartungen enttäuschen.
Motorradhersteller:
Wir haben uns für ein Motorrad von Honda entschieden. In Zuverlässigkeit, Ersatzteilversorgung und Werkstattdichte außerhalb Europas ist Honda führend. Unsere Erfahrungen auf der Tour durch Südamerika (Honda XR 190 Bj. 2016) und meiner Tour durch Afrika (Yamaha XT 600 Bj. 89) haben das belegt. Die Honda Spezialisten in Westafrika waren stets zahlreicher als die rar gesäten Yamaha Werkstätten.
Die Zuverlässigkeit der kleinen 190ccm Maschinen in Südamerika war einfach legendär. 50.000 Kilometer mit viel Wellblech, Dreck, Geröll, Sand und Schlamm bei nicht immer korrekt eingehaltenen Wartungsintervallen und selbstgebauten Luftfiltern haben nicht eine außerplanmäßige Reparatur zur Folge gehabt. Die beiden Maschinen fahren noch heute tadellos.
Zwei Radlager, zwei Kettensätze, ein paar Bremsbacken, drei Satz Reifen, vier Ölwechsel, ein Luftfilterwechsel, ein Gabelsimmerring, eine Kickstarterdichtung. Alles problemlos in jedem Winkel Südamerikas zu kaufen.
Danach war klar: Wir fahren Honda. Vielleicht war es nur Glück, vielleicht wäre es uns mit einer anderen Maschine ähnlich gegangen, aber wir waren auf jeden Fall überzeugt.
Schon in Südamerika hat uns die größere Schwester unserer XR 190, die XR 250 angelacht. Hier wird sie als CRF 250 L mit kastriertem Endtopf (Euronorm) angeboten.
Motorradart:
Bevor wir auf die endgültige Wahl der Maschinen eingehen ein kurzer, für das Verständnis der Motorradwahl notwendiger Exkurs zur Reisepraxis außerhalb Europas und zu unserer Reisephilosophie. Wen nur die Technik interessiert, der überspringt den folgenden Absatz.
Ich komme aus dem Trialsport und fahre gerne Enduro. Mit acht Jahren saß ich auf meiner ersten Maschine, mit zwölf bin ich Hessenmeisterschaften gefahren, mit 18 hatte ich den Motorradführerschein und es gab kein Halten mehr. Ich repariere meine Bikes seit ich denken kann mit meinem Vater und seit einiger Zeit selbst. Kumpels kommen auch oft vorbei und wir tüfteln an deren Motorrädern rum bis sie wieder fahren. Von 80ccm, 60 Kilo schweren Trialmaschinen bis zur 300 Kilo schweren 1150 er BMW GS habe ich schon viele Bikes repariert und gefahren. Ein Resümee kann ich daraus ziehen: Weniger ist mehr. Verbrauche ich weniger Benzin, komme ich mit dem gleichen Tank weiter, habe ich weniger Gewicht, kann ich mein Bike öfter aufheben, weniger Technik heißt weniger Reparaturen, weniger Geschwindigkeit heißt weniger Schmerzen nach dem Sturz, weniger Geld ausgeben heißt länger reisen, kleineres Bike heißt größere Akzeptanz bei den Menschen und kleineres Schmiergeld an der Grenze.
Wir suchen also eine einfache, kleine, leichte, sparsame Enduro mit wenig Wartungsbedarf.
Unser Motorrad:
Die Honda CRF 250 L hat eine Sitzhöhe von 870mm und geht noch etwas in die Knie, wenn man den Dämpfer mit uns und dem Gepäck belastet. Die Gabel kann ich noch etwas nach oben durchschieben und komme dann auf ca. 830mm Sitzhöhe.
Die Maschine wiegt 145Kg leer, ist damit nicht die Leichteste, aber die vielen Unfälle bisher im Gelände und auf der Straße mit Wild, Eis und Öl auf der Gasse geben der etwas massiveren Konstruktion recht. Bei 70 Sachen überschlagen, bei 90 weggerutscht, bei Eis die Leitpfosten entwurzelt. Die Maschine war stets nach ein paar simplen Akten roher Gewalt in entgegengesetzter Richtung und ein paar Kabelbindern einsatzbereit.
Der Benzinverbrauch liegt trotz kurzer Übersetzung und sehr groben Reifen mit oft zu niedrigem Luftdruck mit Gepäck zwischen 2,5 und 3,0 Litern auf 100 Kilometern Straße und zwischen 3,0 und 3,5 Litern auf 100 Kilometern Piste.
Wir wechseln das Öl alle 10.000 – 15.000 Kilometer und reinigen nach Bedarf den Luftfilter.
Bis jetzt (Kilometerstand 27.000) keine Probleme.
Die Maschinen haben wir 10/2018 mit jeweils ca. 6000 Kilometern in gutem Zustand für 2800€ (Bj.2013) bzw. 3500€ (Bj.2016) gekauft.
Technisch haben wir ein bisschen was justiert und ein paar sinnvolle Anbauteile drangeschraubt und ein paar Teile getauscht. Der Kern des Bikes blieb dabei unberührt.

Technische Anpassungen:
Motor:
Wir haben der Maschine das gute Motul 10W30 teilsyn. gegönnt, wie Honda es empfiehlt. Den originalen Luftfilter haben wir gegen einen waschbaren Dauerluftfilter von K&N getauscht, um nicht alle 10.000 Kilometer durch das Auswechseln Müll zu produzieren. Leistungsänderung ist keine spürbar. Um das Aggregat zu schützen und eine Werkzeugrolle verankern zu können, haben wir der CRF einen Alu-Unterbodenschutz gegönnt.
Antrieb:
Wir haben die Übersetzung von Original 14/40 auf 13/43 gekürzt. Das ist die kürzeste Übersetzung, die möglich ist ohne die Kettenführung hinten zu verändern und sie fährt sich hervorragend, wenn man keine Top Speed Ambitionen hat. Im Gelände ist der deutlich langsamere 1. Gang und die zusätzliche Kraft einfach super. Die Drehzahl erhöht sich bei gleicher Geschwindigkeit um 20%. Endgeschwindigkeit ist ca. 110Kmh statt 130Kmh. Unsere Spitzenreisegeschwindigkeit auf gerader Strecke ist 90 Kmh, schneller geht auch, aber führt nun auch zu etwas stärkeren Vibrationen wie sie normalerweise erst bei 110 auftreten. Es ist klug in weniger entwickelten Ländern mit zweifelhafter Infrastruktur nicht so schnell unterwegs zu sein, weshalb uns das nicht stört und wahrscheinlich sogar etwas Sicherheit bringt. Die Tachoabweichung beträgt ebenfalls 20%, weshalb wir einfach einen Fahrradtacho am Vorderrad montiert haben und diesen auch zur korrekten Entfernungsbestimmung nutzen. Da, wo vorher die Geschwindigkeit abgelesen wurde, klebt nun ein Kompass und ein Thermometer.
Die Kette, die wir verbaut haben, ist eine 520er Enuma ZZZ Kette mit Quadra X-Ring Dichtungen. Sie hat eine wahnsinnige Zugfestigkeit von 46.000 Newton. Ich wusste bis zu meinem Telefonat mit Kettenmax Berlin nicht einmal, dass es sowas gibt bei einer 520er Teilung. Die Kette ist teuer, aber die Erfahrung für derlei Teile zeigt: Wer günstig kauft, kauft zweimal. Da wäre man dann wieder beim selben Preis und hat mehr Ärger und mehr Müll produziert. Dazu ein Kettenöler von Cobra, wenig anfällig, robust und leicht zu installieren. Bevor man sich im Internet tagelang die Produkte und Zahlen anschaut, einfach Kettenmax Berlin anrufen. Ich war persönlich dort und habe die beiden Kettensätze abgeholt und bin von den drei Gründern, die von einer Erdgeschosswohnung mitten in Berlin den Laden schmeißen einfach nur überzeugt. Die haben Ahnung von dem, was sie verkaufen. Und das ist mehr als nur Ketten. Man bekommt quasi alles, was an einem Bike regelmäßig verschleißt: https://www.kettenmax.de Und nochmal der Tipp: Anrufen!!!

Nachtrag: Wir haben nun seit 25.000 Kilometern auf- und abseits der Straße nichts mehr bei KETTENMAX bestellt. Die Qualität der empfohlenen Produkte ist derart hoch, dass es bis jetzt einfach nicht nötig war neue Teile zu ordern. Wir sind überzeugt!

Die Spezialisten aus Berlin unterstützen mittlerweile unsere Berichte und die Leser von WetzlosWeltWärts mit einer exklusiven Rabattaktion. Wer bei seiner Bestellung den Gutscheincode weltwaerts eingibt, bekommt 10% Rabatt. Auf alles!

Entgegen des ersten Eindrucks gibt es übrigens in dem übersichtlichen Online Shop weit mehr als nur Ketten zu kaufen. Alles für eine vernünftige Frühjahrsinspektion findet man dort auf einen Blick: Öl, Filter, Kerze, Beläge, Batterie, Pfelgemittel, Scheiben, Armaturen, und was nicht noch alles. Einfach mal reinschauen oder anrufen.

Wir bekommen einen kleinen Teil des Umsatzes dieser Aktion von KETTENMAX gespendet, damit wir noch ein paar Kilometer durch Afrika fahren können.

Eine klasse Aktion der Kettenjungs aus Berlin!

Homepage: https://www.kettenmax.de/

Telefon: 030-5483 8920

Gutscheincode: weltwaerts


Reifen:
Wir haben, wenn wir schon beim Antrieb sind, grobe Geschütze aufgefahren was die Reifen angeht. Vorne Mitas E10 90/90 21 mit dickem 3mm Enduroschlauch von Heidenau. Hinten haben wir einen Mitas E09 130/80 18 mit einem 4mm Schlauch von Twenty aus dem Motocross Sektor aufgezogen. Der E09 ist sehr grob, doch hinten in allen Lagen super fahrbar, der E09 vorne allerdings hat unzureichenden Seitenhalt auf Asphalt und verschleißt schnell. Der E10 (etwas mehr Auflagefläche durch breitere Noppen) ist für vorne die bessere Wahl. Der Hinterreifen ist einen Zentimeter über der vorgeschriebenen Größe (130/80 18 statt 120/80 18). Der Grund hierfür liegt in der höheren Auftriebskraft von breiten Reifen bei losem Untergrund, Auflagefläche auf dem Asphalt bei Kurven und des stabileren Geradeauslaufs. Die Handlichkeit leidet in der Theorie etwas, aber das ist bei den leichten Maschinen kaum spürbar. 130/80 18 passt ohne Probleme rein, 140/80 18 wird nicht mehr passen, wie Freunde von uns jüngst herausfinden mussten. Die Reifenkombi geht auf der Straße bis an den Rand des Gummis mit wirklich ordentlicher Schräglage, dann geht’s, sofern die Straße trocken ist, in den kontrollierten Drift und dann ist Schluss. Da haben die Satteltaschen und eventuelle Koffer aber schon lange geschliffen. Der Grenzbereich kündigt sich also gutmütig an und selbst mit 0,5 Bar Druck auf der Straße ist noch gut Kurvenfahren. Minimaldruck ist bis jetzt 0,3. Wir haben dafür Reifenhalter verbaut, die das Rutschen der Reifen auf der Felge bei solch geringem Druck verhindern. Der Grip im Gelände ist legendär und die Haltbarkeit ebenfalls. Der Hinterreifen hat auf meiner ersten Afrika Tour 29.000 Kilometer durchgehalten (Yamaha XT 600, 130/80 18). Gegen Dornen haben wir eine niederländische Reifenmilch eingefüllt, die dort für Militär- und Behördenfahrzeuge verwendet wird und bei uns nicht verkauft wird. Einfach die Firma wegen der Zahlungsmodalitäten per Email anschreiben und sie sagen, was es kostet, wie man es bezahlt und schicken die Milch los. Einfüllen ist einfach und in einer schön bebilderten Anleitung beschrieben. Bestellen kann man direkt auf der niederländischen Seite und wenn etwas unklar ist, einfach eine Email schreiben, die verstehen auch deutsch: https://tiresealant.nl Die kleine Flasche (500ml) ist für zwei Bikes ausreichend.
Bremsen:
Die Bremswirkung der serienmäßigen 250mm Bremsscheibe vorn mit dem Gummibremsleitung und der speziellen Bremsleitungsführung mitten durchs Sichtfeld des Tachos ist Geschmackssache. Ich finde sie bescheiden. Die neue CRF 250 Rally hat eine 300mm Scheibe an derselben Gabel mit demselben Bremssattel. Wie ich die Bremsscheibe ohne eine Fahrgestellnummer und den größeren Adapter zwischen Bremssattel und Gabel für einen vernünftigen Preis bekommen habe, ist eine eigene, sich über sechs Wochen und viele Zeilen hinziehende Geschichte, die hier den Rahmen sprengen würde. Mein Tipp für die, die es vorhaben: Besorgt auch die Fahrgestellnummer einer CRF Rally mit der großen Bremsscheibe und bestellt dann über diese Nummer den Adapter und die Scheibe bei Honda oder einem fähigen Zubehörausstatter. Ich habe die Scheibe für 80€ bei KFM und den Adapter für 15€ incl. Versand aus Thailand bekommen. War aber nicht einfach und ist schwer rekapitulierbar. Vorne und hinten sind Stahlflexbremsleitungen verbaut, die auch eine schönere Führung der Leitung erlauben und den Bremspunkt echt knackiger machen. Einfach bei z.B. Probrake selbst konfigurieren, ist am billigsten. Wir nutzen TRW Sintermetall Bremsbeläge. Jetzt ist es kein Problem mit vollem Gepäck auf griffigem Asphalt bei warmen Reifen mit einem Finger und der Fußspitze die maximal mögliche Verzögerung unserer Reifenkombi abzurufen.
Cockpit und Hebel:
Nun ein paar weitere technische Änderungen, die mit keinem größeren Aufwand verbunden sind, das Fahrverhalten des Bikes nicht groß beeinflussen und deshalb als Geschmackssache zu bezeichnen sind. Acerbis Tank mit 12,5 Litern Inhalt. Lenkererhöhung um 40mm. Kurze, alugefräste Kupplungs- und Bremshebel, in Weite regulierbar mit Rückklapp-Funktion gegen Abbrechen beim Sturz. Polyethylen Handprotektoren, 420mm Plexiglas Scheibe, Fahrrad Tacho, 12V Steckdose, Kompass und Außenthermometer im Cockpit. Klappbarer Schalt- und Fußbremshebel mit Stahlzugsicherung des Fußbremshebels gegen sturzbedingtes Abknicken des Hebels (Motocrosstrick). Kann man sich auch selbst bauen. Klappbare, leichte und flexible Endurospiegel. Stabile, griffige Lenkergriffe, mit Sicherungsdraht und Schlauchschelle gegen Verdrehen gesichert. Gefräste Alu Fußrasten, breite Aufstandsfläche, mit groben Stahlnieten bestückt (Vorsicht, sie fressen normale Stiefelsohlen förmlich auf).
Beleuchtung:
Kleine, sehr helle LED Blinker, kurzes Heck (aus Edelstahl selbst gebaut) mit LED Rückleuchte. Extrem heller H4 LED Einsatz (NightEye) aus Fernost. Einfach wie eine normale Birne einsetzen und sich nachts nie wieder über entgegenkommende Xenon oder LED SUVs aufregen. Kurz aufblenden und sie glauben die Sonne geht auf! Bei Tag fahren wir ohnehin immer mit Fernlicht. Definitiv sind die Dinger mehr als helle Birnen, sie sind unsere Lebensversicherung.

P4280130 1Gepäckverstauung:
Satteltaschen:
Wir fahren mit Satteltaschen. Die zahlreichen Vorteile werde ich hier nicht durchkauen. Abseits befestigter Wege schlagen sie zweifellos jeden Koffer. Wir haben uns für ein System entschieden, bei dem die dunkle Außenhülle aus dickem, abriebfestem Cordura Gewebe besteht und die raustrennbare, weiße Polyester Innenhülle die Wasserdichtigkeit garantiert. Die Taschen sind durch diese Konstruktion robust, abriebfest, wasserdicht und hitzebeständig. Sie haben eine gute Haftung auf der Verkleidung des Motorrads und verrutschen nicht. Die helle Innenhülle sichert die Übersichtlichkeit und kann, falls mal was ausläuft, einfach gewaschen werden. Bei mehreren Stürzen, der schnellste bei 90Kmh auf Asphalt, und Geländeeinsätzen haben die Taschen bis jetzt eine gute Figur gemacht. Sie werden einfach über die Sitzbank geworfen und von den Soziusfußrasten daran gehindert nach vorne zu rutschen. Auf der Auspuffseite habe ich den originalen Hitzeschutz von Honda durch einen weiter nach unten gezogenen Alu Hitzeschutz ergänzt, gebaut aus einer alten Alu Fensterbank. Auf der gegenüberliegenden Seite ist an die serienmäßige Werkzeugbox ein kleines Edelstahlblech mit einem Gartenschlauch als Kantenschutz angebracht. Es ist so zurechtgebogen, dass die Taschen bei heftigen Bodenwellen nicht in den Radkasten hinein pendeln. Bei der Anbringung der Taschen ist es ansonsten sehr wichtig, dass sie (außer in Richtung Radkasten) frei schwingen können und bei einem Sturz einfach vom Motorrad fallen. Das hilft erheblich beim Aufheben des Bikes, verhindert schlimmeren Abrieb an den Taschen, Quetschungen des Gepäcks unterm Motorrad und Verletzungen des Fahrers durch das Gepäck. Das ist auch ein großer Vorteil gegenüber Hartgepäck. Wer schon mal bei Tiefsand mit Spurrillen versucht hat das Bike durch Mitlaufen stabil zu halten und sich seine Wadenbeine an den Koffern grün und blau gestoßen hat oder beim Sturz drunter lag, der weiß die weichen, lose draufliegenden Satteltaschen zu schätzen. Wir haben unsere Kriega OS 32 Satteltaschen mit jeweils ca. 10 Kg pro Tasche befüllt, damit tragen sie den Löwenanteil unseres Gepäcks.
Zusatztaschen, Wassertanks,

Werkzeugboxen:
Um das Gewicht gleichmäßiger auf beiden Achsen des Motorrads zu verteilen und den Schwerpunkt niedrig zu halten, sowie die Ordnung und Erreichbarkeit des Materials zu verbessern, habe ich mich an die Nähmaschine, den Amboss und das Schweißgerät geschmissen und ein paar günstige, zweckmäßige und robuste Konstruktionen für die CRF gebastelt.
Die günstigsten Moto Detail Lenkertaschen habe ich so angepasst, dass sie sowohl vernünftig am Lenker, als auch an der Seitenverkleidung angebracht werden können. Ich habe lediglich die Gürtelriemen aufgetrennt und die Außenklettverschlüsse an die entstandenen Laschen genäht. Pro Tasche nur fünf Minuten Arbeit.
Vorne haben wir einen Enduristan Fenderbag auf dem Kotflügel angebracht, auf dem Tank einen kleinen Tankrucksack, ebenfalls von Enduristan. An jeder freien Stelle habe ich die Legend Gear Flaschenhalter, die eigentlich für gleichnamige Satteltaschen von SW Motec gedacht sind, mit Kabelbindern an der Verkleidung, dem Rahmen und dem Unterbodenschutz angebracht. Um Durchscheuern der Cordura-Halter an den Kanten der Kabelbinder zu verhindern, habe ich diese mit einem alten Benzinschlauch ummantelt.
Am Motor links ist ein 2L Wasserkanister und rechts ein 1,5L Benzinkanister angebracht. Die Kanister sind gegen Hitze mit Isolationsmatten beklebt und zur Sicherung haben wir reine Polyester Spanngurte verwendet - die mit dem blauen Etikett!!! Sind bis 225 °C schmelzbeständig. Das ist eine EU Norm.
Bei meiner Maschine ist hinten links statt der Werkzeugbox ein 8L Wassertank aus Edelstahl mit Auslasshahn angebracht. Die Konstruktion ist selbst entworfen und wurde in den Hallen der befreundeten Firma David Anlagenbau in Eitra geschweißt. An dieser Stelle: Vielen Dank Roman, Micha und Jakob! Das Ding ist einmalig und nicht käuflich zu erwerben, aber die Zeichnung kann ich jedem Bastler mit einem Schweißgerät gerne zukommen lassen. Er hat auch schon einen Sturz bei höherer Geschwindigkeit hervorragend abgefangen. Der Asphalt war verkratzt, der Tank hat nur gegrinst! Auf dem Tank ist ein selbstgenähter Lederköcher angebracht, in welchem die Zeltstangen Platz finden. Sie sind etwas zu lang, um flach in die Satteltaschen zu passen und hier ist der optimale Platz.
Das Werkzeug ist nun schwerpunktgünstiger in einer LKW- bzw. Container-Dokumentenrolle für den Frachtverkehr am Unterbodenschutz untergebracht. Die Rolle ist einfach mit langen Schlauchschellen an den Lüftungslöchern des Unterbodenschutzes angebracht. Die Rolle ist völlig wasserdicht und bis jetzt sehr resistent gegen Steinschläge und Aufsetzer. Wichtig ist, die Rolle nicht zu stark an den Unterbodenschutz zu spannen, da sie sonst beim Aufsetzen oder starken Schlägen nicht nachgeben bzw. nach oben schieben kann.

 

Fahrwerksanpassung/Komfort:
Nun noch ein paar Tricks, um das Bike etwas komfortabler zu machen. Was das Fahrwerk angeht, haben wir den hinteren Dämpfer etwas über die maximal zulässige Vorspannung gespannt, um auch mit vollen Satteltaschen im Gelände Gas geben zu können. Um die Handlichkeit im Stand zu verbessern und bei Schlamm und Sand vernünftig mitlaufen zu können, haben wir die Gabelholme maximal nach oben durchgeschoben. Wir haben außerdem ein Kettenglied weniger verbaut als empfohlen und damit den Radstand verkürzt und die Hebelverhältnisse zugunsten eines härteren Fahrwerks verändert (ist nur technische Spielerei und nicht wirklich spürbar). Zu Stabilisierung der sehr wackelig an der Scheinwerfermaske verschraubten Scheibe habe ich kurz vor Abfahrt noch ein Blech in der Werkstatt unseres guten Nachbarn Heinz zurechtgebogen und hinter die Lampenmaske geschraubt. An dieser Stelle: Vielen Dank der ganzen Familie Billing für all die Hilfe und all die Kleinteile, die ich aus dem endlosen Fundus der Werkstatt holen durfte, wenn alle Geschäfte schon lange dicht waren.
Zu guter Letzt haben wir unser chilenisches Schafsfell so umgenäht, dass es auf unseren Sitzbänken verschnallt werden kann. Jetzt lassen sich viele Tageskilometer deutlich angenehmer absitzen.

Reisematerial:
Klamotten:
Ein Paar leichte Laufschuhe, zwei Paar Merinowollsocken, zwei T-Shirts, ein Satz langer Unterwäsche, einen Mammut Pullover, eine Mammut Kunstdaunen Innenjacke, eine leichte Sporthose, ein kleines Handtuch, zwei Halstücher.
Sicherheitskleidung:
Fox Bomber Crosshandschuhe, Gaerne GX1 Crossstiefel, Airoh Aviator Carbon Kevlar Motocrosshelm mit Fox Brille, IXS Montevideo II Jacke mit langem Rückenprotektor und IXS Caracas II Hose mit Nachrüstprotektoren in der Hüfte. Tipp: Nicht im Internet kaufen, sondern anprobieren. Bester Mann für IXS Klamotten ist der Farmi (Motorrad Hofmann) in Niederaula, Roßbach: http://motorraderlebniswelt.com
Für Motocrossausrüstung in unserer Gegend gibt es die mit Abstand beste Auswahl in allen Größen beim Phillipp in Hofbieber. Er ist selbst aktiver Fahrer und hat viel Erfahrung mit dem, was er verkauft: https://www.fuelcustoms.de
Camping:
Wir haben ein Hilleberg Staika Expeditionszel,t das ein Vermögen kostet. Von der Kohle für meine drei verschlissenen Zelte auf den Touren durch Europa, Afrika und Südamerika hätte ich mir auch gleich ein Vernünftiges kaufen können und hätte nicht so viel Müll produziert. Genau das haben wir getan und sind bis jetzt (110 Nächte in zwei Jahren) sehr zufrieden. Ob man es bei -25 Grad in den winterlichen Alpen, bei +35 Grad im sommerlichen Balkan, oder bei starkem Schneefall und Wind am Knüllköpfchen nutzt, es macht eine gute Figur. Mit den Therm-a-Rest Matten und dem Yeti Shadow 300 Schlafsack kommt man bequem durch drei Jahreszeiten (für den Winter ist der Schlafsack zu dünn). Wegen der Empfindlichkeit der Daunen und dem klebrigen Schlafgefühl nach ein paar Nächten nutzen wir noch einen kompakten Baumwoll-Innensack, den man alle paar Wochen problemlos waschen kann ohne ihn zu beschädigen.
Zum Kochen nutzen wir einen Primus Spider Kocher, der mit Gas, aber auch Benzin (kurzer Umbau nötig) klarkommt und das dazugehörige Primus Koch-Set mit dem Windschutz und dem Wärmetauscher Topf (spart unheimlich Treibstoff). Gegessen wird aus dem Topf. Nicht zu vergessen unser handsigniertes Schneidbrett aus Kathas Küchenbeständen, zwei Löffel und ein Opinel.
Für Campingequipment ist der kompetenteste Ansprechpartner unser Freund Matthias vom Auf und Davon in Fulda: https://www.aufunddavon.com


Dokumentation:
Für das Digitalisieren der Reiseberichte nutzen wir eine kleine, ausklappbare Bluetoothtastatur. Für das Bearbeiten und Hochladen der Bilder und Videos nutzen wir unser Blackview BV 9100 Telefon. Das zeichnet auch meist die Reise-Route auf und navigiert uns durch Städte und entlang des TET. Zur Überlandnavigation und zur Routenplanung verwenden wir Papier-Karten von Michelin.
Als Fotokamera verwenden wir eine wasserdichte, staubdichte, robuste Systemkamera mit Micro Four Thirds Sensor und Wechselobjektiven. Die Olympus OMD E-M5 Mark2. Als Objektiv ist meist das vollautomatische, ebenfalls wasser- und staubdichte Olympus M-Zuiko 1:2.8 12-40mm drangeschraubt. Für Straßen- und Portraitfotografie und schlechte Lichtverhältnisse verwenden wir das manuelle Zhongyi Speedmaster 1:0,95 25mm und für weit entfernte Objekte das Panasonic Lumix G Vario 1:4.0-5.6 45-175. Das Gesamtgewicht der Ausstattung liegt knapp über einem Kilo und sofern man mit Geduld auf dem Gebrauchtmarkt schaut, bekommt man diese Ausstattung für alle Eventualitäten für ca. 1000€. Lohnt sich nur, wenn man sich mit dem Fotografieren beschäftigt. Für Schnappschüsse tut es jede mittelklassige Kompaktkamera, wie wir sie auf den letzten Reisen verwendet haben.
Für Videos nutzen wir eine DJI Osmo Action Kamera. Nahezu unzerstörbar und unauffällig klein. Praktisch auch für Fotos, wenn das Fotografieren verboten ist oder in Gegenden, in denen man seine teuer aussehende Kamera nicht rausholen möchte. Eine Drohne wollten wir ursprünglich auch mitnehmen, wird aber an manchen Grenzübergängen wohl zu Komplikationen führen und wenn es richtig zur Sache geht, hat man meist doch anderes zu tun, als sich mit Drohnenaufnahmen zu beschäftigen. Wollen wir es hier nicht zu kompliziert machen. Wir sind schließlich auf der Reise und machen nebenbei ein paar Fotos und sind nicht auf Fotoexkurs, um nebenbei ein bisschen zu reisen.

Wir haben alles, Abfahrt!

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