Joshua

01 Motorradtrial beim MCW Heringen

Fahre um zu leben und lebe um zu fahren. Mit vier Monaten lag meine Wiege, natürlich mit mir drinnen, das erste Mal im Beiwagen unseres MotoGuzzi Gespanns auf dem Weg zu meiner Oma ein paar Orte weiter. 

Mit zwei Jahren ging es mit selbigem Gespann schon auf große Tour nach Korsika. Papa ist gefahren und Mama saß hintendrauf, außer bei Regen, da ist sie zu mir in den Beiwagen gekommen. Später musste ich dann meinem Bruder etwas Platz im Beiwagen abtreten und Jahr für Jahr ging es für ein paar Wochen auf Tour. Mit acht Jahren saß ich das erste Mal allein auf einer Maschine. Mit zehn habe ich meine ersten Versuche im Motocross gewagt und bin dann kurze Zeit später zum Motorrad Trial gekommen.

 

Seitdem ist es um mich geschehen und ich bin nie wieder abgestiegen. Nun bin ich 29 Jahre alt und habe schon viele Touren durch Europa hinter mir. Eine Tour nach [Kapstadt] und eine durch [Südamerika]. Ich finde, es ist Zeit für neue Ufer. Zwei Jahre in der Heimat und ich sehne mich nach frischem Wind im Gesicht, fremden Gerüchen in der Nase, seltsamen Lauten im Ohr und Freiheit im Herzen. Es muss wieder losgehen. 

Um der ganzheitlichen Berichterstattung Willen möchte ich noch ein paar Worte zu meinem Leben abseits des Motorradfahrens erzählen.
Das Biken ist nicht das Einzige coole Hobby, welches ich dank meiner Eltern ausüben darf. Was wohl heute als unverantwortlich gelten würde, hat mich schon sehr früh auf den richtigen Weg gebracht. Den Weg des Rock. Ich wurde noch bevor ich die erste Schule von innen sehen durfte auf sehr laute Rockkonzerte mitgenommen, habe in verrauchten Probenräume auf Trommeln rumgehauen oder an Saiten gerissen, die so herrlich laut geschrien haben. Bis heute ist die Musik für mich mehr als nur Gedudel aus dem Radio. Seit nunmehr 18 Jahren musizieren mein Bruder Nino und ich in verschiedensten Rockbands [Haunetones], Bigbands und natürlich zu zweit in unserem Musikzimmer in Wetzlos. Das Schlagzeug ist mein Instrument geworden.


Da man sich ausschließlich mit Benzingestank und Lärm bei den Nachbarn keine Freunde macht, sollte man vielleicht auch noch etwas für die Allgemeinheit tun. Mit meinem Vater teile ich die Begeisterung und das Engagement für das Deutsche Rote Kreuz. Zusammen leiten wir die Ortsvereinigung des DRK [Holzheim-Kruspis-Stärklos], leisten ehrenamtliche Sanitätsdienste und Flüchtlingshilfe.
Hiermit wären wir bei der letzten großen Leidenschaft. Dem Versuch, den Menschen, die mich überall so freundlich aufnehmen, ein herzliches Willkommen und eine Zukunftsperspektive in meiner Heimat zu geben. Mit den [Falken Bad Hersfeld] und der Stadt Bad Hersfeld richte ich Sportveranstaltungen aus, organisiere Graffiti Projekte und starte Freizeitangebote für Menschen jeder Herkunft. Für die [Kreishandwerkerschaft] Hersfeld Rotenburg bereite ich junge Geflüchtete auf die duale Ausbildung im Handwerk vor, vermittle Praktika und Ausbildungsstellen. Hierfür werde ich sogar bezahlt, was meinen Lebensunterhalt sichert.

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